Im Rahmen der Qualitätssicherung des Dachverbandes der Stuttgarter Eltern Kind Gruppen wurde im Laufe der letzten zwei Jahre von einer Arbeitsgruppe aus Eltern und pädagogischem Team eine neue Konzeption erarbeitet. Um die Vorgaben des Orientierungsplanes für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten umzusetzen, nutzen wir die Methodik der Bildungs- und Lerngeschichten nach Carr.

Bei Kitaeintritt wird für jedes Kind ein Portfolio angelegt, welches Beobachtungen, Bilder und Geschichten des Kindes in der Einrichtung enthält. Die erarbeiteten Bildungs- und Lerngeschichten, die schriftlich festgehalten und anhand der Lerndispositionen des Orientierungsplanes ausgewertet werden, finden sich hier ebenfalls wieder.

Wesentliche Erziehungsziele unserer Kita sind:


1) Soziale Verantwortung

Der Alltag in der Einrichtung bietet Kindern die Möglichkeit sich als soziale Wesen zu erfahren. Die Kinder sollen lernen die eigenen Bedürfnisse und Rechte zu erkennen und einzufordern. Ebenso sollen die Kinder und die Erwachsenen die Bedürfnisse der anderen wahrnehmen und angemessen darauf reagieren. Die Kinder werden ermutigt Verantwortung für andere Kinder zu übernehmen und Hilfestellungen zu geben.

Um dies zu ermöglichen, bieten die ErzieherInnen den Kindern genügend Zeit und Raum um Kommunikation möglich zu machen und regen diese an. Im Alltag werden bewusst Räume für Kleingruppen geschaffen, damit die Kinder sich auch als Teil einer kleineren Gruppe erleben können. Um dies zu ermöglichen bieten die ErzieherInnen den Kinder genügend Zeit für das Freispiel.

Die Kinder sollen lernen, gesellschaftliche Regeln zu akzeptieren. Hierzu werden die Regeln von den ErzieherInnen erarbeitet und teilweise werden die Kinder mit einbezogen.

Die Einrichtung ist auch der Raum, in dem Kinder lernen können, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Im Konfliktfall geben die ErzieherInnen den Kindern die Möglichkeit den Konflikt selbstständig zu lösen. Sie sind unterstützend dabei, greifen jedoch bei Bedarf ein. Hierbei bewegen sich die Kinder innerhalb ihnen bekannter Konfliktlösestrategien.

 

2) Selbstvertrauen

Jedes Kind ist in der Entwicklung seiner Individualität wertzuschätzen und zu unterstützen. Durch die gezielte Beobachtung anhand der Bildung und Lerngeschichten und deren Auswertung fördern die ErzieherInnen die Kinder individuell anhand von ausgewählten Angeboten und Projekten. Dadurch erlebt das Kind: „Ich bin wichtig und werde wertgeschätzt“.

Jedem Kind wird Aufmerksamkeit geschenkt und es wird versucht, auf seine Bedürfnisse einzugehen. Durch das Bewusstsein, akzeptiert und angenommen zu sein, kann das Kind auch leichter mit konstruktiver Kritik und Fehlschlägen umgehen. Sollte Kritik von Seiten der ErzieherInnen  notwendig sein, wird diese auf respektvolle Weise als sachliche und nicht als persönliche Kritik an das Kind herangetragen. Unerlässlich ist es, dem Kind Lösungsmöglichkeiten in der jeweiligen Situation anzubieten und das Kind nicht allein zu lassen.

 

3) Emotionale Kompetenz

Wir wollen die Kinder darin bestärken, Gefühle bewusst wahrzunehmen und damit umzugehen. So ist es uns wichtig, dass die Kinder bei sich und anderen lernen Empfindungen und Gefühle zu erkennen und zu benennen. Unerlässlich dabei ist eine ruhige und entspannte Atmosphäre, in der die Kinder aufwachsen.

Einerseits schaffen die ErzieherInnen Rückzugsmöglichkeiten und eine ansprechende Raumgestaltung. Andererseits brauchen die Kinder Freiräume und Angebote, um Gefühle ausleben und verarbeiten zu können. Das Erlernen des emotionalen Ausdrucks der Kinder wird pädagogisch unterstützt.

Die ErzieherInnen bieten hierzu ein breites Spektrum an unterschiedlichen gestalterischen Angeboten und freizugänglichen Materialien zur spielerischen Selbsterfahrung an.

Diese sind unter anderem:

- Künstlerische Angebote z.B. Malen und Gestalten, Museumsbesuche, Besuche von thematischen Ausstellungen

- Spielangebote z.B. Rollen-  und Puppenspiele

- Projektionsflächen z.B. Identifikationsfiguren, Theaterbesuche und Geschichten

- Bewegungsangebote z.B. Tanz, Rhythmik, Schwimmen, Sport und vielfältige Bewegungsangebote besonders im Garten und auf Spielplätzen

 

4) Selbstmanagement

Ein gesundes Selbstmanagement besteht aus emotionaler Stabilität, selbstentwickelten Denkstrukturen, angemessener Handlungsfähigkeit und der realistischen Einschätzung eigenen Handelns. Durch die überschaubare Größe der Gruppe können die ErzieherInnen jedes Kind in seiner Individualität wahrnehmen.

Durch einen strukturierten Tages- und Wochenablauf und transparente Regeln und Rituale bieten die ErzieherInnen ein ruhiges und sicheres Umfeld, in welchem sich die Kinder kognitiv entwickeln können. Durch ausgewogene Aktivitäten wie Natur- und Feldbeobachtungen, jahreszeitliche Angeboten und Umsetzung der Kinderinteressen wird Wissen vermittelt und vertieft. Durch einen geregelten und klaren Ordnungs- und Handlungsrahmen lernen die Kinder ihr Handeln zu reflektieren und einzuschätzen.